Liniendesign U5

Gestaltung der neuen Wiener U-Bahn-Linie U5, Wettbewerbsbeitrag. 2014-2015

VERFAHREN
Offener zweistufiger Realisierungswettbewerb, 2014-2015
Auslober: Wiener Linien GmbH & Co KG

TEAM
Fawad Kazi Architekt GmbH:
Fawad Kazi, Nicole Schönfelder, Josephine Kutschbach, Luca Riolfo, Styliani Azariadi

AUFGABENSTELLUNG
Wien wächst – bis 2030 werden 2 Millionen Menschen in Wien leben. Wenn Wien weiterhin in puncto Lebensqualität im internationalen Vergleich seine führende Rolle behalten will, sind die richtigen Massnahmen im Bereich des Öffentlichen Verkehrs zu treffen. Gerade im innerstädtischen Netz zeichnen sich bereits heute die stärksten Überlastungen auf Kosten des Fahrgastkomforts ab. Beim weiteren Netzausbau anzusetzen ist deswegen sinnvoll.

Durch die neue U5 entsteht eine Verbindung von Hernals mit der Innenstadt. Die neue U5 wird vom Karlsplatz über die heute von der U2 angefahrenen Stationen Museumsquartier, Volkstheater, Rathaus und die neu zu errichtenden Stationen Frankhplatz-Altes AKH, Arne-Carlson- Park, Michelbeuern-AKH und Elterleinplatz Hernals erschliessen. Die U2 wird im Gegenzug auf einer neuen Trasse von Schottentor zum Matzleinsdorfer Platz und in weiterer Folge zum Wienerberg geführt.

Gegenstand des Realisierungswettbewerbs ist die architektonische Gestaltung des Erscheinungsbildes der neuen U5-Tiefstationen und der Aufnahmegebäude an der Oberfläche samt Oberflächengestaltung der unmittelbaren Umgebung. (Teil A – Wettbewerbsordnung (Auszug), 2014)

VISUALISIERUNGEN
Fawad Kazi Architekt GmbH

BESCHREIBUNG

Origami (jap., von oru = falten + kami = Papier) ist die Kunst des Papierfaltens.

Einleitung
Der vorliegende Projektvorschlag basiert primär auf der konsequent entwickelten und umgesetzten Planung der Architektengruppe U-Bahn (AGU) – ein einfaches, solides und wartungsarmes Modulsystem mit klarer Formensprache und hohem Identifikationsfaktor. Mit dem «Origami-Prinzip» werden diese bewährten Systeme der AGU mit einer neuen Formensprache synthetisiert. Erfahrungswerte der neueren Liniengestaltung (U2), insbesondere hinsichtlich Materialisierung, sollen dabei ebenfalls berücksichtigt werden. Die Atmosphäre ist, unterstützt durch die Materialwahl und Beleuchtungsart, zurückhaltend und elegant.

Gestaltung
Neu sind partielle Elemente des Systembaukastens – insbesondere Wand- und Deckenpaneele – als gefaltete Oberflächen ausformuliert. Durch die Faltung erhalten die Elemente einen eigenständigen Charakter. Die oberirdisch liegenden Auf- bzw. Abgänge werden jeweils mit einem Glasfaltwerk überdacht. Dieses verweist auf die in den Stationen verwendete neue Formensprache und verleiht ihnen – bei Tag und Nacht – einen signifikanten Auftritt mit hohem Wiedererkennungswert. Die Glasfarbe orientiert sich dabei an der türkisblauen Linienfarbe der U5.

Materialisierung
Die vorgesehene Materialpalette lehnt sich an die bereits erprobten und bewährten Materialien an – Email für Wand- und Deckenpaneele, Granit für Bodenbeläge und Treppenstufen, Metall für Sitzgelegenheiten und spezifische Funktionselemente sowie Edelstahl für Griffe, Handläufe und Geländer. Partiell gelangt Sichtbeton zur Anwendung, bspw. für die Brüstungen der Auf- und Abgänge. Insgesamt wird einerseits eine grösstmögliche Robustheit, andererseits ein wartungsarmer Einsatz sämtlicher Materialien angestrebt. Die konstruktive Umsetzung ermöglicht einen einfachen Ersatz einzelner Elemente des modularen Baukastens.

Beleuchtung
Als Abgrenzung zur Fahrbahn wird das bewährte Lichtband des «Wiener Systems» mittels indirekter Beleuchtung weitergeführt. Daneben werden die verschiedenen Bereiche gleichmässig und in der Regel ebenfalls durch indirekte Beleuchtung ausgeleuchtet. Blendungen werden durch das vorgesehene Beleuchtungskonzept vermieden. Wichtige Funktionen wie Sitznischen, Vitrinen oder Abfalleimer werden durch zusätzliche Leuchtquellen hervorgehoben. Die Auf- und Abgänge werden durch in die Betonbrüstung eingelassene Leuchtquellen indirekt beleuchtet. Als Leuchtmittel gelangt konsequent LED-Technologie zur Anwendung.

Sicherheit
Die einfache und übersichtliche Gestaltung der Stationen gewährleistet ein hohes Mass an Sicherheit.

Fawad Kazi Architekt GmbH
Langstrasse 14
8004 Zürich
Switzerland