Dokumentation Obersalzberg
Erweiterung des Besucherzentrums Obersalzberg, Wettbewerbsbeitrag. 2014
VERFAHREN
Offener zweistufiger Realisierungswettbewerb, 2014
Auslober: Freistaat Bayern, v.d. Bayerisches Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat, v.d. Staatliches Bauamt Traunstein
VERFASSER
Architekt: Fawad Kazi Architekt GmbH, Zürich
Landschaftsarchitekt: vetschpartner Landschaftsarchitekten AG, Zürich
TEAM
Fawad Kazi Architekt GmbH:
Fawad Kazi, Nicole Schönfelder
BESCHREIBUNG
Der vorliegende Projektbeitrag für die Dokumentation Obersalzberg umfasst folgende gezielte Interventionen.
Wald und Lichtung
Mit dem einfachen, die Geschichte des Ortes prägenden Gestaltungsmittel der Aufforstung und Rodung werden die Freiräume der Dokumentation Obersalzberg geschärft und sukzessive weiterentwickelt. Klar umrissene Räume setzen dabei das Besucherzentrum und das Berghofgelände als Lichtungen in einen Kontext, welcher die atmosphärische Dichte des Waldes als ortsspezifischen Stimmungsträger nutzt.
Weg
Entlang des historischen Verlaufs führt ein befestigter Weg vom Besucherzentrum durch den Wald zum ehemaligen Berghof. In die vorgesehenen Wegausweitungen platzierte Tafeln tragen Informationen und stimmen auf die Thematik des Berghofgeländes ein. Die Lichtung wird aus der Ferne erkennbar.
Berghof
Die historischen Terrainschichten des Berghofgeländes werden belassen. Die Plateauebene wird mit einem Kiesbelag als neue Nutzungs- und Zeitschicht belegt. Eine rechteckige Setzung von kleinen Waldbäumen wächst in der freigeschlagenen Lichtung empor und verweist in stetiger Veränderung subtil auf die Lage und den Raum der «Grossen Halle» – dem Hauptraum des ehemaligen Berghofs. Auf dem Boden aufliegende Platten markieren den Ort und informieren mit Inschriften über seine Geschichte und Relevanz.
Neubau und Umbau
Das bestehende Dokumentationsgebäude wird um einen fünfgeschossigen, solitären Neubau ergänzt. Zusammen flankieren die beiden Häuser den Weg zum Berghof. Die steinerne Fassade des Neubaus verleiht diesem durch ein variierendes Spiel der Fensteröffnungen eine schwere Leichtigkeit. Gebäudestruktur und Erschliessung gewährleisten ein hohes Mass an Nutzungsflexibilität. Der Neubau beherbergt primär die Besucher-, das Bestandsgebäude die Personalbereiche. Beide Häuser sind unterirdisch miteinander verbunden. Der Bunkerzugang ist direkt aus dem Foyer des Neubaus zugänglich. Der Bestandsbau wird, wo erforderlich, den neuen Nutzungen angepasst.
FOTOS, VISUALISIERUNGEN
Fawad Kazi Architekt GmbH